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 Natürlich gibt es sehr exklusive Kunstmessen auch für Fotografen, doch das Investment für eine
Teilnahme ist für viele unerschwinglich. Also hat Roy Kahmann 2016 die erste Kunstmesse der Fotografie in Rotterdam gestartet, wo er noch heute Künstler und Galerien einlädt. Ungefähr zehn Galerien werden pro Messe eingeladen. „ Es ist eine Boutique-Messe. Ich möchte nur 50 Künstler präsentieren. Das ist dann auf den 1250 Quadratmetern perfekt“, so Roy. Gezeigt wird Fotografie aus der Ver- gangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Hier werden insbesondere junge Talente ge- zeigt, die auf etablierten Kunstmessen nur wenig Chancen haben sich zu präsentieren. Grosse Messen zeigen vorwiegend grosse Namen. Roy selber fördert Talente, die erst 19 oder 20 Jahre alt sind und begleitet sie häufig über einen langen Zeitraum. Die fotografieren und ihre jungen Künstler sind für ihn nie nur finanzielles Invest, sondern in erster Linie Leidenschaft.
Mittlerweile findet Roy Kahmann seine
Instagramm. So ist es eine logische Folge, dass auch Fotobücher, gefüllt mit jungen Talenten, publiziert wurden. Das erste bereits 2012 mit dem Titel Fresh Eyes. Mittlerweile bewerben sich jedes Jahr etwa 500 bis 600 junge Fotografen, um eines der Talente in einem der Roy Kahmann Fotobücher zu werden.
Die junge Künstlerin, die es in dieser Ausgabe auf das Cover geschafft hat, ist mittlerweile 26 Jahre alt. Roy Kahmann entdeckte Sie auf Instagramm, denn dies war die einzige Pattform , auf der sie veröf-
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Asha Swillens
fentlichte. Als Modestudentin war die Foto- grafie in Ihren Augen nur ein Beiwerk. Asha Swillens benutzt Photoshop, um ihre Entwürfe zu erstellen. Und sogar die Modelle, entwirft sie mit Photoshop. Nägel, Mund oder Kinn, alles wird vom Computer generiert. Spannend ist die bewusst eingesetzte Übertreibung oder Verfremdung, wie beispielsweise ein überlanger Hals, die den schwarz weissen Fotografien eine besondere Eleganz verleihen. Asha kreiert Mode indem sie beispielsweise eine von ihr gefaltete Serviette fotografiert und dann filigran um die von Ihr generierte Person drappiert.
„Die Sache ist die: ich nehme Fotografi- en auf, die ich selbst kaufen will. Ich werde gierig darauf, ich will die Werke an meiner Wand sehen. Bei 10000 Exponaten ist das natürlich eine Challenge, aber da es sich grundsätzlich um schwarz weiss Fotografie handelt, passt alles zueinander und ich kann viele Bilder gleichzeitig zeigen.
Manchmal layer ich die Fotografien in bis zu drei Reihen hintereinan- der.“ so Roy Kahmann. Dadurch kann er die eigenen fünf Fotowände sehr leicht verändern.
Roy Kahmann hat durch die persönliche Freundschaft mit dem Immobilien-Unternehmer und Sammler Udo Krollmann aus Hagen, bereits seine Füße nach Deutschland gesetzt, wie mit einer Pop-up Ausstellung in Berlin und der Präsentation der Sammlung in Hagen. Der Entdeckung junger Talente sind in diesem System nahezu keine Grenzen gesetzt, und wir werden sicherlich noch einiges von der Sammlung Kahmann hören.
Marcus Schaefer
  jungen Talente auch auf






















































































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