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    ie Zukunft bringt neue Kriegsschauplätze. Gibt es gefährliche Regionen, die wir derzeit nicht im Auge haben?
In Ergänzung zu den grössten Herausforderungen wie Russland, China, Nordkorea und Iran, müssen wir auf Afrika achten bezüglich religiö- sem Extremismus, kriminellen Aktivitäten, Bevölkerungswachstum und Migration aufgrund des Klimawandels. Und ebenso brisant ist Südamerika mit denselben Faktoren, wobei der Drogenhandel noch hinzu kommt. Durch den Klimawandel werden sich die Konflikte zwi- schen China und Russland in der Arktis verschärfen.
Was ist im Moment der weltweit explosivste Kriegsschauplatz?
Abgesehen von der russischen Aggression gegen die Ukraine und de- ren Grauzonen Aktivitäten gegen Europa, ist es wohl Israel und der Iran mitsamt der Hisbollah, Hamas und den Houthis. Diese Aggres- sion ist verbunden mit der russischen Agression. Iran hat außer den Russen keine wirklichen Freunde. Nun sendet Nordkorea sogar Trup- pen, um den Russen zu helfen, nachdem sie bereits sehr viel Munition geschickt haben. All diese Konflikte sind miteinander verbunden und China schaut zu, ob wir, der Westen, den politischen Willen, die militärischen Möglichkeiten und auch die industriellen Kapazitäten haben, um die internationalen Regeln, die in der UN Charter festgelegt sind, zu verteidigen. Das heißt die Souveränität der Grenzen, den Re- spekt der Menschenrechte, das internationale Recht und auch den freien Handel zu respektieren.
Bewirkt eine Präsidentenwahl in den USA einen Wandel in der Position des Militärs?
Nein, denn das Militär muss die Verfassung der USA verteidigen und es ist keine politische Institution. Die Position oder Haltung des Militärs ändert sich nicht, egal wer Präsident ist.
Du hast unter vielen Präsidenten gedient. Wie geht man
mit den unterschiedlichen Visionen und Haltungen der jeweiligen Präsidenten um?
Ich habe unter allen Präsidenten seit Jimmy Carter gedient, bis hin zu Donald Trump. Er war der erste und einzige Präsident der das Engage- ment in der Nato und die Beziehung zu den europäischen Alliierten in Frage gestellt hat. Ich habe alles mir Mögliche getan, um sicher zu stellen, dass die Kommission weiss, wie wichtig die Nato und die Euro- päischen Alliierten für den Reichtum und die Sicherheit
Amerikas sind.
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