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A ber
dasselbe ist sicher mit China und anderen Ländern
auch, oder? Wir scheinen nicht wirklich in der Lage zu sein, mit sehr anderen Denkweisen umgehen zu können.
Denken wir an die Nationen der Nato, der EU, inklusive Nordamerika, Australien, Japan und Südkorea, mit deren Bevölkerung, Wirtschaft und Militär, dann machen diese Länder wirtschaftlich diplomatisch und militärisch ein starkes Gewicht aus. Würden sie sich wirklich zusammentun und als klares Ziel ausweisen, dass sie die internationa- le, auf Regeln basierende Ordnung, die nach dem zweiten Weltkrieg aufgebaut wurde, beschützen und uneingeschränkt verteidigen wollen, weil nämlich alle von ihr abhängig sind, dann wäre das eine starke Front. Die Freiheit der Schifffahrt ist zum Beispiel extrem wichtig. Die deutsche Wirtschaft hängt davon ab, dass Menschen Autos auch in Übersee kaufen können. Auch die Vereinigten Staaten sind davon ab- hängig, dass sie exportieren können. Unsere Volkswirtschaften leben davon, dass wir diese auf internationalen Regeln basierende Ordnung schützen. Die Achtung der Souveränität, die Freiheit der Schifffahrt, die Achtung der internationalen Rechte, Respekt für die Art und Wei- se, wie Geld sich in der Welt bewegt... Das ist es, was auf dem Spiel steht! Würden wir also ernst machen, uns alle organisieren, würde es eine starke amerikanische Führung brauchen. Aber auch Deutschland ist wichtig, weil es eine Führungsrolle in Europa inne hat und somit Amerikas wichtigster Verbündeter ist. Wenn wir in der Lage sind, un- sere Anstrengungen zu bündeln und wir mit unserer eigenen Bevölke- rung so reden würden, als wären sie Erwachsene und ihr auch erklären, was gerade los ist und was auf dem Spiel steht, dann denke ich, wären wir leicht in der Lage, Russland, China den Iran und andere zu stop- pen. Wir müssen realistisch einschätzen, was unsere Bedrohungen sind und was erforderlich ist, sie einzudämmen.
Wissen Sie, das US Militär hat 20 Jahre in Afghanistan ver- bracht und kein einziger Amerikaner hat in diesen 20 Jahren auch nur einen Penny an Steuern dafür gezahlt. Und zwar deshalb, weil kein Präsident bereit war, zu tun, was nötig war. Nämlich zu erklären, war- um man für diesen Krieg bezahlen muss, wenn man ihn führen will. Stattdessen haben wir die Schulden um zig Millionen Dollar erhöht, und es endete in einer Katastrophe.
Die grosse Steine Sammlung von Ben Hodges ist sorgsam dokumentiert und wirkt wie die Essenz und der Zeitzeuge einer grösseren Geschichte.
Die gesammelten Steine unterscheiden sich nicht nur in Form
und Grösse, sondern auch in ihrer Geschichte wie sie gefunden wurden
Aber vielleicht gibt es neue Bündnisse, weil einige Länder wie Bra- silien, China, etc. wirtschaftlich gestärkt, sich mächtiger fühlen als zuvor. So wird die Vorherrschaft der westlichen Werte und Ideen vielleicht nicht mehr so akzeptiert wie vor zehn Jahren.
Da haben Sie möglicherweise recht. Ich denke, dass Russland ein ge- scheiterter Staat ist. Aus meiner Sicht wird sich Russland nicht mehr lange halten können. Sie haben keine erfolgreiche Wirtschaft, eine sehr schlechte Demographie und eine ungesunde Bevölkerung. Nur eine sehr kleine Anzahl von Menschen profitiert, während die große Mehrheit so lebt wie vor 100 Jahren. Niemand will mehr russische Ausrüstung kaufen. Die Chinesen nehmen natürlich gerne billiges russisches Gas unter dem Marktwert ab. Ich denke Russland steckt in Schwierigkeiten.
Aber auch China und Indien haben Schwierigkeiten. China, zum Beispiel durch die Ein-Kind-Politik, wodurch es eine sehr altern- de Bevölkerung hat, die nicht in der Lage sein wird, für all die alten Menschen zu bezahlen. Wir wollen nicht, dass China scheitert, aber wir sollten keine Angst vor China haben. Indien ist ein Land, zu dem die Vereinigten Staaten gute Beziehung aufbauen wollen, quasi als Ge- gengewicht zu China und Russland.
Wenn wir also in den nächsten zwei bis drei Jahre blicken, bist Du da eher positiv eingestellt oder pessimistisch?
Ich bin ein ewiger Optimist. Ich glaube an die Kraft der positiven Führung. Wenn alle Führungspersönlichkeiten erklären, was los ist, die Bedrohung klar aufzeigen und auch das, was zu tun ist, dann können sie die Talente der jungen Menschen in ihren Gesellschaften freisetzen und nutzen, und ich bin sicher, wir werden gewinnen. Und zwar alles gewinnen, jeden Wettbewerb...
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