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Hast Du die Steine immer selber gesammelt oder
gab es auch mal Geschenke?
Das ist eine gute Frage. Etwa 95 bis 99 % habe ich selbst gesammelt. Als ich noch Kommandant der US Armee in Europa war, schenkten mir meine Gesprächspartner oft Steine, weil sie um meine Stein- sammlung wussten. So schenkten sie mir einen Stein aus einer be- rühmten Schlacht ihres Landes. Das war cool. Aber letzten Endes ist es für mich wichtig, die Orte selber zu sehen, die Steine selber zu su- chen, denn ich will in der Lage sein, die Geschichte von Waterloo oder der Normandie bis zu Friedrich dem Großen und vielen anderen dieser Orte selber zu erzählen. Dazu muss ich dort stehen. So kann ich den Boden verstehen und die Geschichte desjenigen erzählen, der dort ist.
Gibt es für die Steine konkrete Auswahlkriterien?
Ich mache das in erster Linie an der Größe der Steine fest, denn ich stelle diese in einer Art Miniaturregal aus. Also ist die ideale Größe circa die eines Golfballs. Im Laufe der Jahre habe ich für jeden Stein eine kleine Metallplakette mit Inschrift des Namens des Ortes und des Datums herstellen lassen.
Aus Waterloo und aus der Türkei habe ich circa 2-3 Stück. Weil Waterloo so viele hervorragende Geschichten zu erzählen hat. Da ist zum Beispiel die Geschichte über eine schottische Einheit auf der rechten Flanke, die Wellington für einen Tag gegen die Franzosen gerettet hat. Und natürlich die Geschichte, als Blücher gerade noch rechtzeitig ankam, um Wellington auf seiner linken Flanke zu retten. Übrigens ist Blücher ein gutes Beispiel dafür, dass sich Verbündete gegenseitig helfen.
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