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Du sagst, Du hast dieselben Visionen.
Wie sieht so eine Zusammenarbeit aus?
Cyril ist wie mein Zwilling, aber im Hinblick auf das Vi-
suelle. Wir ergänzen uns bezogen auf das Visuelle und das
Emotionale. Man kann sagen, dass ich die Nase bin, wo-
hingegen er das Auge ist. Er ist immerhin bereits seit drei
Jahren „das Auge“ von „Maison“. Und bezogen auf die
gemeinsamenVisionenteilenwirkreativeundphilosophi- „Salome“istjaeinesehrtragischeundemotionaleOper.Bei
sche Gedanken. Es geht viel um Wünsche, die ich habe. Es ist schwierig zu erklären, da das Visuelle nicht mein Medi- um ist. Wir befifinden uns im ständigen Austausch. Mal schreiben wir über WhatsApp oder Instagram, mal telefo- nieren wir oder treffffen uns auch hin und wieder.
der Figur geht es um eine Person, die nicht gesehen wird oder nicht gesehen werden möchte.
Hast Du dahingehend ähnliche Erfahrungen gesammelt?
In meinem Job geht es nicht darum, gesehen zu werden. Anders als bei Modedesignern, die wesentlich mehr in der Öffffentlichkeit stehen und deren Gesicht jeder kennt. Ich bin froh darüber, nicht erkannt zu werden.
Herzlichen Dank für den Einblick in Deinen kreativen Kosmos und ein Plädoyer für mehr Sinnlichkeit.
Wir freuen uns auf das neue Opernprojekt von Francis und Cyrill in 2025.
Wie kam es letztlich zu dem gemeinsamen Projekt „Salome“? Hast Du zu dem Stück eine Verbindung?
Tatsächlich wurde Cyril von der Wiener Staatsoper ange- fragt, die Oper neu aufzuführen. Es war nicht seine Anfra- ge, sondern die der Staatsoper. Und er rief mich eines Tages an und sagte zu mir, dass er mich auf dieser Reise dabei- haben wolle. Ich habe dann einen Duft entwickelt der zu dem berühmten Tanz der Salome den gesamten Zuschau- erraum erfasste, da er über die Belüftungsanlagen verteilt wurde.
Um bzgl. der Verbindung zu dieser Oper noch ein wenig detaillierter zu fragen: Gibt es eine Parallele zwischen Ihnen und dem Stück?
Salome © Wiener Staatsoper, Michael Poehn 165

