Page 163 - Q The Magazine FlipBook
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Würdest du behaupten, dass Gerüche Entscheidungsträger für Dich sind?
Sie sind nicht die Hauptentscheidungsträger, aber sie be- einflussen meine Entscheidungen zu einem wesentlichen Teil. Ich kann mein persönliches Leben von meinem pro- fessionellen Leben trennen. Es ist also nicht alles Arbeit, das ich rieche. Daher trage ich aber auch privat kein Par- füm, denn dies erinnert mich an die Arbeit. Und wenn ich frei habe, dann habe ich frei. Und dann möchte ich auch kein Parfüm an mir riechen. Lustigerweise erwarten die Leute von mir, dass ich Parfüm trage, was mich oft dazu bringt, dies auch tun zu müssen. Ich fühle mich dabei, als hätte ich jemanden im Rücken oder sogar neben mir. Aber wenn Sie sich an den Film “Das Parfüm” erinnern, darin trägt Grenouille auch kein Parfüm.
Die Nase ist ein Organ, was immer aktiv ist. Kannst
Du die Nase kontrollieren, wenn es um professionelles Arbeiten oder um das private Umfeld geht?
Wenn ich meine Nase bewusst einsetze, dann ist es klar, dass ich arbeite. Was Gerüche beispielsweise in einem Raum betrifft, so sind diese eher diffus. Jetzt rieche ich gerade den Kaffee, den ich dorthin gestellt habe und ich rieche auch den Keks. Es gibt einen Keksgeruch. Es riecht aber auch etwas nach Vanille und vielleicht nach Mandeln ... Ich glaube es ist etwas Süßes im Raum.
Was ist die älteste Erinnerung, die Du mit einem Geruch verbindest?
An die älteste kann ich mich tatsächlich nicht erinnern, aber ich erinnere mich, dass meine Großmutter Mimosen liebte. Sie hatte immer welche zu Hause. Außerdem ist der Geruch von zerquetschten Bananen in Milch mit Zucker und Zimt in meinem Gedächtnis verankert, was es oft nach der Schule gab. Vielleicht würde ich das heute nicht mehr essen, aber daran kann ich mich noch sehr gut erin- nern.
Wie ist es bei dir privat zu Hause gibst du deinen Räumen einen besonderen Geruch? Vielleicht sogar verschiedene Gerüche für verschiedene Räume?
Zu Hause hat jeder Raum seinen eigenen Geruch.
Welchen Geruch magst Du am liebsten?
Ich mag grundsätzlich das, was genau passt und demzufol- ge sinnvoll ist. Es geht nicht um den Geruch als solchen, sondern darum, ob er gut ist und ob es der richtige Geruch ist. Das ist für mich extrem wichtig. Nicht unbedingt die Art des Geruchs. Aber ich habe einen Geruch, den ich wirklich liebe. Im Treppenhaus direkt vor meiner Woh- nungseingangstür empfängt mich dieser Duft. Ich wohne im obersten Stockwerk in Paris, und meine Wohnung ist die einzige dort. Der Duft ist wie ein Willkommensgruß.
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